ratiodry®
Neubau im Altbau
Keller und Souterrains in bestehenden Gebäuden sind häufig dauerhaft feucht und z.T. kontaminiert (Radon). Sie gelten deshalb energetisch und für die Nutzung als verloren. Eine Dämmung von außen ist meist nicht möglich, weil die Wände im Erdreich liegen. Für eine Dämmung von innen gibt es bisher kein anerkanntes Verfahren, mit dem sich nachweisen lässt, dass sie funktioniert: Die einschlägigen Regelwerke (DIN 4108-3, WTA-Merkblatt 6-4) schließen erdberührte Wände ausdrücklich aus. Dazu kommt ein physikalisches Grundproblem: Feuchtigkeit kann aus einer erdberührten Wand nicht nach außen abtrocknen, weil das Erdreich ganzjährig kühl ist und dort keine Luft zirkuliert.
Warum das wichtig ist
In Altbauten bis Baujahr 1978 sind rund 62 % der Keller unbeheizt und weitere 22 % nur teilweise beheizt. Bei Nichtwohngebäuden machen Bodenplatte und Kellerdecke etwa ein Drittel der gesamten Gebäudehülle aus, also ungefähr so viel wie das Dach. Trotzdem kommen Keller, erdberührte Bauteile und Feuchte im Entwurf des Nationalen Gebäuderenovierungsplans nicht vor. Ein großer, energetisch bedeutsamer Teil des Gebäudebestands fällt damit aus der Sanierungsstrategie heraus.
Die Idee
ratiodry® ist eine Innendämmung in Trockenbauweise für erdberührte Wände. Zwischen Wand und Dämmung liegt ein Luftspaltsystem, das gezielt belüftet wird. Die Luftströmung übernimmt die Trocknung, die nach außen nicht möglich ist. Neu ist, dass diese Strömung nicht dem Zufall überlassen, sondern mit der bauteilintegrierten Mehrgrößenmessung ratiosense erfasst, rechnerisch ausgelegt und geregelt wird. Sensoren im Bauteil messen Temperatur, Feuchte, Geschwindigkeit und Richtung der Luftströmung und eine Regelung steuert die Belüftung so, dass die Wand trocken bleibt und dabei möglichst wenig Energie verbraucht wird. Ein Rechenmodell, das mit diesen Messdaten abgeglichen wird, bildet die Grundlage für ein Bemessungsverfahren, mit dem Planer die Lösung künftig sicher dimensionieren können.
Was sich dadurch ändert
Bisher feuchte, unbeheizte Keller- und Souterrainräume werden Teil der gedämmten Gebäudehülle und lassen sich als vollwertige Räume nutzen, ohne Neubau und ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Das Bemessungsverfahren schließt eine nachweisbare Lücke im Regelwerk und soll in die einschlägigen technischen Regeln einfließen.




